Das Temperaturmilieu in Scheidegg und seiner höher gelegenen Umgebung ist gemäßigter, als es die Seehöhe erwarten lässt. Die Monatsmittel der Lufttemperatur sind bis zu 2 °C höher, als aufgrund der Höhenlage zu vermuten wäre. Dies und vergleichbare Werte aus der näheren Umgebung von Scheidegg sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass zumindest die höheren Bereiche des Marktes Scheidegg relativ häufig über der Inversionsobergrenze liegen, welche sich über dem Bodensee und den angrenzenden niedrigeren Gebieten bevorzugt in der kälteren Jahreshälfte mit oftmals großer Beständigkeit ausbildet.
Im Jahresgang sind die täglichen Temperaturschwankungen im Sommerhalbjahr höher als im Winterhalbjahr. Dies ist insofern von Bedeutung, als größere Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht in der warmen Jahreszeit darauf schließen lassen, dass im Falle höherer Temperaturmaxima die nächtliche Abkühlung in der Regel stark genug ist, einen erholsamen Schlaf nach sehr warmen Tagen zu fördern.
Da die Tagesmaxima aufgrund der Bergkuppenlage niedriger bleiben, als es bei einer Tallage in vergleichbarer Höhe der Fall wäre, ist die jährliche Anzahl von 37 Eistagen, verglichen mit anderen exponierten Lagen im Allgäu, ein recht hohes Resultat. Es dürfte besonders für Wintersportfreunde von Interesse sein.
Ebenso wie die Bergkuppenlage auf die Höhe der Mitteltemperaturen macht sich der Einfluss der Höhe in Bezug auf die Wärmebelastung eindeutig positiv bemerkbar. In Scheidegg ist durchschnittlich mit 13 wärmebelastenden („schwülen“) Tagen zu rechnen, ein Wert, der weit unter dem festgesetzten Grenzwert von 25 Tagen pro Jahr zur Anerkennung als Heilklimatischer Kurort bleibt.













